Nach fast 35 Jahren Tätigkeit in der Werbebranche als Werbegrafikerin, Texterin und Konzeptionistin bin ich endlich meiner inneren Stimme gefolgt und zur bildenden Kunst zurückgekehrt. Seit 2009 genieße ich die von Auftraggebern unabhängige Umsetzung meiner Ideen.

Ich beginne meine Bilder ohne Idee, ohne Absicht. Sehr oft arbeite ich seriell. Geleitet von Impulsen, entstehen so aus spontanen Pinselstrichen Bilder, die oft in dieser Form bestehen bleiben. Andere erfahren Veränderung – Diffuses wird konkret, Konkretes abstrakt. Verschiedenste Farben und Materialien neben- und übereinander ergeben dabei zufällige, überraschende Strukturen und Oberflächen, die den weiteren Malprozeß beeinflussen.
Ein Akzent in einer Komplementärfarbe oder eine medidative Zen-Linie finalisiert das Bild nach meint langen Bearbeitungspausen und kritischen Betrachtungen. Oft beruhige ich das Bild mit weiß, sodass nur mehr Fragmente stehen bleiben, die darunterlegenden Schichten aber zu erahnen sind.
Meine Bilder sollen den Betrachter erfreuen. Ästhetik ist mir wichtig.

Einige Formen kehren immer wieder. Meine bevorzugten Farben sind alle Rot- und Blaunuancen, Erd- und Sandtöne. Ich liebe aber auch die Reduktion auf reine schwarzweiß Bilder.

Malen bedeutet für mich die Auseinandersetzung mit meinem Innersten: mit Gefühlen, Zweifeln, Sehnsüchten und der Vielschichtigkeit meiner Persönlichkeit. Ich kämpfe um den Mut, meinem Innersten zu folgen, das ständig nach Neuem sucht und keinem Stil treu bleiben will, nur sich selbst.

Ich möchte dem Betrachter die Möglichkeit geben, auf Spurensuche zu gehen und seine Individuellen Assoziationen und Deutungen zu finden. Meist ohne Titel, geben daher meine Bilder keinen Anhaltspunkt zu  m e i n e n  Assoziationen.

Als Glück empfinde ich, wenn meine Bilder im Gespräch mit dem Betrachter Vermittler des Unaussprechlichen werden.

 

Auf der Suche nach dem Ich.


 

Artist statement

​In der Tradition der abstrakt-expressiven Linie kann man die Arbeiten von Sylvia Galos einordnen. Mit energiegeladenen, intensive Farben lotet sie Kontraste aus, oder sie experimentiert mit einer überwiegend hellen Farbpalette, in deren Monochromie  man in den subtilen Nuancen eine aufregende Lebendigkeit entdecken kann, und denen kräftigere Farbpartien Tiefe geben. Zarte Lasuren lassen tiefer liegende Schichten durchscheinen, die einen Bildraum eröffnen. Bei manchen Arbeiten in Acryl und Mischtechik erhält die Oberflächenstruktur durch Beimischung von gröberen Materialien eine haptische Wirkung.

 

Sylvia Galos geht es um das Malen an sich. Kunstgeschichtliche Impulse bekam sie von den Arbeiten  des österreichischen abstrakten Malers Markus Prachensky oder des Franzosen Pierre Soulages. Die dem Informel zugeordneten K. R. H. Sonderborg und Emil Schumacher zählen ebenfalls zu ihren Vorbildern. Giselbert Hokes Materialisierungen und Sepp Laubners Maltechnik übten in Kursen, die sie bei ihnen belegte, unmittelbaren Einfluss aus. Sylvia Galos gelingt es aber, eine persönliche spezifische Ausdrucksweise umzusetzen, die die BetrachterInnen und Betrachter reizen und fordern.

 

Mag. Eva Maltrovsky